Das bewegte Leben der Frida Kahlo

Der Surrealist André Breton betitelte sie als naive Surrealistin, die Frauenbewegung der 70er Jahre hingegen stilisierte sie zur Ikone des weiblichen Leidens – sie selbst aber weigerte sich Zeit ihres Lebens gegen Kategorisierungen jeder Art und blieb dabei stets ihrem eigenen Stil treu. Die inzwischen weltbekannte, mexikanische Malerin wurde 1907 in Coyoacán in Mexico City geboren. Im selben Ort befindet sich immer noch das legendäre blaue Haus, die Casa Azul, in dem sie die meiste Zeit ihres Lebens verbrachte und das inzwischen als Frida- Kahlo- Museum umfunktioniert wurde.

Erste Bilder im Krankenbett liegend
Die kleine Frida war schon im Kindesalter an Kinderlähmung erkrankt und erlitt im Jahre 1925 schwerste Verletzungen aufgrund eines folgenschweren Busunglücks. Dieser Schicksalsschlag fesselte sie monatelang in Gips und Korsett gezwängt ans Bett. In dieser Zeit entstanden ihre ersten Bilder, die sie im Krankenbett liegend anfertigte. Das wohl prägendste Erlebnis ihres Lebens sollte die Bekanntschaft mit dem schon damals weltberühmten Malers Diego Riviera darstellen.Eine leidenschaftliche jedoch nicht unkomplizierte Liebe sollte das ungleiche Paar ein Leben lang verbinden. Diego bewunderte bereits bei ihrem ersten Treffen die ausdrucksstarke und fantastische Malerei der jungen Frau, die er wenig später heiraten sollte.

Frida Kahlo als politsch engagierte Künstlerin
Frida Kahlo war eine leidenschaftliche Patriotin – durch das Tragen der traditionellen, mexikanischen Indio-Tracht verlieh sie ihrer politischen Haltung Ausdruck. An der Seite von Diego Riviera kämpfte sie für die patriotisch-kommunistischen Ziele der damaligen kommunistischen Partei Mexikos und pflegte Kontakte zu einflussreichen Persönlichkeiten wie Leo Trotzki, der auch für kurze Zeit ihr Liebhaber werden sollte.

Bilder mit autobiografischem Hintergrund
In ihren stark autobiografischen Bildern verarbeitete sie die Erlebnisse ihres Lebens, das stark durch das Leid geprägt wurde, welches sie durch ihren ewig untreuen Ehemann, ihre schwere Krankheit und Fehlgeburten erfuhr. Dennoch enthalten ihre Bilder gleichsam zahlreiche Aspekte von schwarzem Humor, Satire und Leidenschaft und sind so sehr vielseitig rezipierbar.

Tod der Künstlerin Frida Kahlo
Nachdem ihr ein Jahr vor ihrem Tod beide Beine amputiert werden mussten, starb die erst 47-jährige Künstlerin aufgrund einer Lungenembolie. Die oft geäußerte Vermutung, Frida Kahlo hätte in Wirklichkeit Selbstmord begangen, ließ sich nie beweisen, da ihr Ehemann Diego Riviera einer Obduktion nicht zustimmte. Des Weiteren verfügte er, dass alle Werke Fridas, die sich bis dato in der Casa Azul befanden niemals das Land Mexiko verlassen durften. Dies ist der Grund weshalb nur sehr wenige Werke der Künstlerin nach ihrem Tod jemals in Europa oder Amerika ausgestellt werden konnten.
In Deutschland waren einzelne Werke Frida Kahlos erstmals im Jahre 1982 zu sehen.

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