George Condo: Mental States

“Mental States” ist der treffende Titel einer umfassenden Ausstellung in der Schirn Kunsthalle Frankfurt, die 66 Gemälde und einige Skulpturen des US-amerikanischen Künstlers George Condo zeigt. Dabei stellt diese Retrospektive  nach New York, Rotterdam und London die letzte Station von “Mental States” dar. George Condo, der 1957 in New Hamphshire in den USA geboren wurde, übte bereits sehr früh einen starken Einfluss auf die New Yorker Kunstszene der 1980er Jahre aus. Unter anderen verband ihn eine innige Freundschaft mit seinen beiden Künstlerkollegen Keith Haring und Jean-Michel Basquiat. Ebenso engen Kontakt hatte George Condo mit Andy Warhol, in dessen “Factory” er zeitweise als Siebdrucker beschäftigt war.

Einflüsse aus Pop-Art und Kunstgeschichte
Die Einflüsse der amerikanischen Pop-Art lassen sich unschwer an seinen Werken ablesen, gleichzeitig enthalten alle George Condo Gemälde Verweise auf beinahe alle Epochen und Stilrichtungen der europäischen Kunstgeschichte.

Condo verbindet die unterschiedlichsten, künstlerischen Herangehensweisen bedeutender Vorgänger wie beispielsweise Pablo Picasso, Francisco Goya, Francis Bacon oder Jackson Pollock mit Aspekten aus Comics, Karrikatur und Trivialkultur und hat so seine eigene ausdrucksstarke Bildsprache erschaffen.

Dabei besteht das Werk George Condos überwiegend aus Portraits, deren unverkennbares Merkmal sich aus einer Mischung aus Aspekten des Grotesken, Ironischen und Tragischen zusammenzusetzen scheint.

Maler menschlicher Abgründe
Die Figuren seiner Gemälde und Skulpturen wirken durch ihre übersteigerte, monströse und groteske Darstellungsweise befremdlich. Im gleichen Moment aber fühlt der Betrachter der Gemälde Condos eine merkwürdige Verbundenheit mit den zwischen Tragik und Ironie treffend überzeichneten Figuren, die nicht selten einen wohl bekannten Aspekt unserer Gesellschaft verkörpern und uns somit bekannt und beinahe vertraut vorkommen. Schonungslos scheinen uns diese anfänglich so harmlos erscheinenden Gestalten mit den Abgründen der menschlichen Psyche und den Kehrseiten und Absurditäten der gesellschaftlichen Zwänge und Klischees zu konfrontieren und  dennoch vermag es der treffsichere und groteske Humor des Künstlers uns im gleichen Moment ein Lächeln zu entlocken.

Zusammenarbeit mit Kanye West
Für einen kleinen Skandal sorgten die fünf Gemälde welche George Condo 2010 für ein Albumcover des Rappers Kanye West anfertigte. Aufgrund der provokanten Motive weigerten sich einige Händler die CD in ihren Läden zu verkaufen, was allerdings den Erfolg des Albums wie sooft mehr beflügelte als behinderte.

Mithilfe seiner prägnanten und ironischen Bildsprache arbeitet George Condo nun seit mehreren Jahrzehnten thematisch an den Aspekten menschlicher Geisteszustände, die sich auf allen seinen Gemälden nur allzu deutlich durch die eigenartige und überzeichnete Physiognomie seiner Figuren explosionsartig zu entladen scheinen.

“Mental States” ist noch bis zum 28. Mai 2012 in der Frankfurter Schirn Kunsthalle zu sehen.

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