Georgia O’Keeffe – Leben und Werk

Georgia O’Keeffe – die Malerin Nordamerikas
Georgia O’Keeffe zählt bis heute zu den wegweisenden Malerinnen des 20. Jahrhunderts. Als Künstlerin ihrer Zeit verkörperte sie die allmählich einsetzende Loslösung der amerikanischen Kunst von den überkommenen Traditionen des europäischen Kunstkanons, der bis dato eine Art Monopolstellung für sich beansprucht hatte. Die Künstler eines neu aufkommenden amerikanischen Realismus, auch American Scene genannt, emanzipierten sich durch Gemälde, die typisch amerikanische Themen abbildeten, und propagierten dadurch ein neues nationales Selbstbewusstsein. Dazu zählten neben Stanley Spencer und Charles Sheeler vor allem Edward Hopper und Diego Rivera. Als einzige Frau in dieser Bewegung aber wurde Georgia O’Keeffe gleichsam zur Symbolfigur des emanzipierten, weiblichen Künstler- Typus und sollte einen maßgebliche Prägung auf alle nachfolgenden Generationen feministischer Künstlerinnen ausüben.

Später Durchbruch
Die 1887 geborene O’Keeffe fühlte sich schon früh der Natur und dem kreativen Schaffen verpflichtet. Bereits im Kindesalter erhielt sie Zeichenunterricht und begann sofort nach ihrem High-School-Abschluss ein Studium an einer Kunsthochschule, welches sie jedoch aufgrund finanzieller Engpässe immer wieder unterbrechen und schließlich vollkommen abbrechen musste. Zu ihrem späten Erfolg im Jahre 1916 sollte ihr ihr späterer Ehemann, der damals sehr erfolgreiche Fotograf und Galerist Alfred Stieglitz, verhelfen.

Das Spätwerk der reifen Künstlerin
Zu den bekanntesten Werken der Künstlerin zählen heute die Arbeiten, welche seit dem Jahre 1946, nach dem Tod von Alfred Stieglitz in Santa Fe, New Mexico entstanden. Die für ihr Spätwerk typischen Motive einer kargen und von Menschen verlassenen Landschaft entstanden unter dem direkten Eindruck langer und intensiver Wanderungen durch die Berg- und Wüstenlandschaft New Mexicos, in die sie sich zurückzuziehen begann. Mit nicht abbrechender Leidenschaft arbeitete sie bis zu ihrem Tod an beeindruckenden Gemälden, die wie kein anderes Werk als eine herausragende, weibliche Interpretation der damaligen Welt in die Kunstgeschichte eingingen.

Eine ihrer letzten Bilderserien, Darstellungen von überdimensionalen Wolkenformationen aus der Vogelperspektive, entstanden nach den Eindrücken einer Weltreise, die sie noch als bereits 80-jährige Frau unternahm. 1986 starb Georgia O’Keeffe im hohen Alter von 98 Jahren in Santa Fe, New Mexico.

Retrospektive in der Hypo-Kunsthalle München
Mit der Ausstellung „Georgia O’Keeffe – Leben und Werk“ zeigt die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung vom 3. Februar bis 13. Mai 2012 die weltweit erste, umfangreiche Retrospektive der amerikanischen Künstlerin. In der eindrucksvollen Gesamtschau sind neben über 80 Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen etwa 50 Fotografien namhafter Zeitgenossen wie Ansel Adams, Paul Strand, Arnold Newman und Alfred Stieglitz vereint. Die von Barbara Buhler Lynes kuratierte Ausstellung ist in enger Zusammenarbeit mit dem Georgia O’Keeffe Museum in Santa Fe entstanden und neben München auch noch im Palazzo Cipolla in Rom und im Helsinki Art Museum zu sehen.

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