Keith Haring oder die kurzen Botschaften eines großen Künstlers

„Kunst für Jeden zu schaffen“, das war das von Keith Haring selbst proklamierte Ziel. Bis heute kann man wahrhaftig erkennen, dass sich dieser Wunsch dieses großen New Yorker Künstlers erfüllt hat. Denn Werke von Keith Haring kennt wirklich jeder, auch wenn sich manch einer dessen nicht immer bewusst ist. Sein Erbe umgibt uns in Form von bemalten Wänden, Postern, T-Shirt-Drucken und Werbeplakaten. Der 1958 geborene, US-amerikanische Künstler prägte erstmals die an die Formen des Graffiti angelehnte, zeichenhafte Reduktion. Seine Motive sind zu modernen, ikonografischen Symbolen geworden und haben für immer Einzug in unser kollektives Bildverständnis gehalten.

Das Strahlenbaby
Das so genannte „Radiant Baby“, das Baby mit dem Strahlenkranz, ist ein solches ikonografisches Motiv, welches er erstmals in den 1980er Jahren auf die Werbetafeln der New Yorker U-Bahnen platzierte. Wie eine leicht verständliche Hieroglyphe übermittelte es den vorbeieilenden Passanten seine unmissverständliche und symbolische Botschaft.

Keith Haring und die Pop Art
Natürlich stand Keith Haring mit seiner künstlerischen Vorgehensweise in enger Verwandtschaft zu den Vertretern der US-amerikanischen Pop-Art. Auch er scheute sich nicht, seine Kunst auf die Bereiche des Angewandten und des Kommerziellen übergreifen zu lassen und somit seine Motive in den bereich des alltäglichen Lebens zu integrieren. So arbeitete er beispielsweise für Werbekampagnen namhafter Hersteller wie Swatch, Absolut Wodka oder Lucky Strike.

Gleichzeitig bemalte er aber auch politisch brisante Spots wie beispielsweise den Checkpoint Charlie in Berlin und engagierte sich mit seiner Kunst bei zahlreichen Anti-AIDS-Benefiz-Aktionen. Dabei bewegte sich der Fokus seiner Arbeit stets in den Bereichen der Kunst im öffentlichen Raum und der Gestaltung von Plakaten und Postern zu Themen der klassischen Werbung bis hin zu soziokulturellen und gesellschaftskritischen Inhalten. Seine Begegnung mit Andy Warhol mündete in einer innigen Freundschaft, von der bis heute die von Haring entworfene „Andy Mouse“, ein Hybridwesen aus Mickey Mouse und Andy Warhol, zeugt.

Tragischer Tod durch Aids
Keith Haring startete mithilfe seiner Kunst einige Anti-Aids-Kampagnen und setzte sich gegen den Missbrauch von Drogen ein. Im Jahre 1988 wurde bei ihm selbst die Immunschwächekrankheit diagnostiziert. In den darauffolgenden Jahren widmete er sich nun in seinen Arbeiten dem Thema des Todes und verarbeitete seine Krankheit in beeindruckenden Werken. 1990, nur zwei Jahre nach der Diagnose, verstarb Haring an den Folgen seiner Krankheit. Seine Werke hatten in inzwischen weltberühmt und zum absoluten Popidol der New Yorker Kunstszene der 1980er Jahre gemacht.

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