Louise Bourgeois – Grande Dame der Bildhauerei

Im Mai 2010 verstarb Louise Bourgeois im Alter von 98 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes in Chelsea in New York. Sie hinterließ ihrer Nachwelt das wohl umfangreichste und komplexeste künstlerische Werk, das jemals eine Bildhauerin bis dato geschaffen hatte. Die 1911 in Paris geborene Künstlerin begann für jene Zeit erst ungewöhnlich spät, im Alter von 27 Jahren ein Studium der Bildenden Kunst. Erst im Jahre 1980 als Louise Bourgeois bereits 69 Jahre alt war, wurden in Amerika erstmals Skulpturen und skulpturale Installationen der Künstlerin in der Öffentlichkeit gezeigt. Zum späten nationalen Durchbruch im Land ihrer Wahlheimat Amerika verhalf ihr zwei Jahre später, eine Retrospektive im Museum of Modern Art in New York.

Nach wiederum zehn Jahren folgte die Teilname an der Documenta IX in Kassel und ein Jahr später, 1993, die Beteiligung an der Biennale in Venedig. Seit dieser Zeit genoss die Künstlerin zeit ihres Lebens internationales Renomée und gewann zahlreiche Auszeichnungen und Preise.

Einflüsse aus der Kindheit
Laut eigenen Angaben schöpfte die Künstlerin die gesamte Inspirationen für ihr Schaffen aus den Erlebnissen und Empfindungen ihrer Kindheit, die durch das angespannte Verhältnis zu ihrem dominanten Vater und der tragisch-liebevollen Zuneigung zu ihrer sich aufopfernden Mutter bestimmt wurde. Und wirklich sollte sie ein Leben lang diese frühen Prägungen in ihrem Werk verarbeiten und die Konflikte und Ängste ihrer Kindheit in Skulpturen, raumgreifende Installationen und zahllose Bilder und Zeichnungen übersetzen.

Das wohl stärkste Symbol ihres künstlerischen Schaffens ist die Figur der Spinne, die sie selbst als Aspekt des Mütterlichen deutete – symbolisierte doch die Spinne für Louise Bourgeois aufgrund ihrer der emsigen Tätigkeit des Spinnens und der beispiellosen Aufopferung für ihre Kinder ohne die Hilfe eines männlichen Partners das unmissverständliche Pendant zu ihrer eigenen Mutter und somit auch zur Mutterrolle im Allgemeinen.

“Passage dangereux” in der Kunsthalle Hamburg
Die bronzene Skulptur einer solchen Spinne ist nun auch auf dem Außenplateau der Hamburger Kunsthalle temporär installiert worden. Die über neun Meter hohe Arbeit mit dem Titel “Maman” lockt seit dem 10. Februar 2012 Besucher in die umfassende Werkschau dieser großen Bildhauerin. Die Ausstellung “Passage dangereux” vereint viele Aspekte des umfangreichen Werkes der Jahrhundert-Künstlerin und ist noch bis zum 17. Juni 2012 in der Kunsthalle Hamburg zu bestaunen.

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