Pablo Picasso – Genie der Moderne

Wohl kaum ein Künstler des 20. Jahrhunderts hat die Entwicklung der Kunst seiner Zeit in so hohem Maße beeinflusst und vorangetrieben wie der spanische Maler und Bildhauer Pablo Picasso. Bis heute verkörpert die Künstlerfigur Picasso alle Aspekte des modernen Genies, der die Träume unserer heutigen Zeit verwirklicht: Picasso führte ein langes und erfülltes Leben, welches stets von einem leidenschaftlichen Arbeiten ohne Selbstentfremdung und Selbstzweifel begleitet wurde. Innerhalb dieser künstlerischen Praxis verhalfen im wohl vor allem seine beinahe kindliche Neugier, seine ausgeprägte Exzentrik und seine starke Wandlungsfähigkeit zu einem bis dato unerhörten Erfolg.

Das Genie in Kinderschuhen
Pablo Ruiz Picasso wurde im Jahre 1881 als Sohn eines Zeichenlehrers im spanischen Malaga geboren und erfuhr so nicht zuletzt durch den Einfluss des Vaters zwangsläufig eine sehr frühe künstlerische Prägung. Schon als Kleinkind lernte er den Umgang mit Pinsel und Farbe und wurde bereits im jungen Alter von 14 Jahren für ein Studium an der Kunstschule Barcelona aufgenommen. Während dieser akademischen Ausbildung sollte er sich vor Allem eingehend mit den Werken seiner großen spanischen Vorbilder wie El Greco, Francisco de Goya und Diego Velasquez beschäftigen.

Die blaue Periode
Die folgenden Jahre des jungen Picasso in Barcelona waren begleitet von zahlreichen Ausschweifungen und emotionalen Tiefs. In dieser Zeit weisen die frühen Werke Picassos in ihrer Maltechnik einen starken Bezug zum Impressionismus auf, wobei sie sich in ihren Inhalten stark von den farbenfrohen und fröhlichen Motiven der Impressionisten unterscheiden. Unter der Verwendung von fast ausschließlich blauen Farbtönen widmet sich Picasso vor allem der Darstellung von Außenseitern und Randesxistenzen der Gesellschaft und portraitierte Arme, Hungernde, Prostituierte, Harlekine, Blinde und Absinth-Trinker.

Die rosa Periode
Neue Mäzene, Bekanntschaften und die Begegnung seiner ersten großen Liebe verhalfen Picasso ab dem Jahre 1905 zu neuer Leichtigkeit und Lebensfreude. Die Figuren aus der rosa Periode sind in warmen Ocker-, Rot- und Erdtönen gehalten. Ihre oft stilisierten Körper zeigen deutlich die erste Auseinandersetzung des Künstlers mit skulpturalen und bildhauerischen Aspekten. Die Beschäftigung mit diesen Themen spiegelt sich auch in seiner anschließenden Faszination für altspanische und afrikanische Masken wieder, deren vereinfachte Darstellung von Gesichtern und Figuren ihm ein weites Feld neuer Ausdrucksmöglichkeiten eröffnen sollten. Die unter diesen Einflüssen entwickelte neue Bildsprache Picassos mündet schließlich in der Erfindung einer komplett neuen Stilrichtung: dem Kubismus.

Reise durch die Stilrichtungen der Moderne
Nach einer ausgiebigen Fortführung und Weiterentwicklung des Kubismus in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen kehrt Picasso in den 1920er Jahren zu einem beinahe klassizistischen Formenstil mit streng komponierten Kompositionen zurück. Während der anschließenden Blütezeit des Surrealismus in Spanien lässt Picasso einige Gemälde und Skulpturen entstehen, in denen er Figuren durch die bloße Zusammenfügung oder Collage einzelner Gegenstände erschafft.

La Guernica
Eines der bedeutendsten Bilder Picassos sollte im Zuge des von 1936 bis 1939 Spanien herrschenden Bürgerkrieges entstehen. Picasso, der anlässlich der im Jahre 1937 stattfindenden Weltausstellung eingeladen wird ein großes Wandgemälde für den spanischen Pavillon zu realisieren, erinnert mit dem monumentalen Gemälde “La Guernica” an die Opfer des Flugzeugangriffs von 1937 auf die baskische Kleinstadt Guernica. Die Wirkungsgeschichte des Bildes “Guernica” hat ihre brisante Aktualität bis in die heutige Zeit beibehalten. Noch heute ist “La Guernica” ein beliebtes Motiv für Poster und Kunstdrucke mit Motiven von Pablo Picasso. Der Grund hierfür mag nicht zuletzt daran liegen, dass die politische Brisanz der kraftvollen Bildsprache dieses bedeutenden Gemäldes Bezüge bis in die politische Gegenwart herzustellen vermag.

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